ÜBER MICH

Ich erlebe meinen Körper als lebendiges Archiv hybrider Identitäten: ecuadorianisch, uruguayisch, europäisch – und bin tief verbunden mit den künstlerischen Welten der SWANA-Kultur.Diese Einflüsse koexistieren nicht passiv. Sie verhandeln, kollidieren und resonieren in meiner Bewegung.

Daraus entsteht eine poetische Bewegungssprache, in der gegensätzliche Traditionen miteinander sprechen — Gesten, die gleichzeitig alt und zeitgenössisch, vertraut und fremd sind. Ein Vokabular, das überall und nirgends zu Hause ist.

Meine künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen zwei Polen: der wissenschaftlichen Neugier auf Ritual, Körperwissen und sozio-kulturellen Kontext — und der musikalischen Intuition, die im Raqs Sharki nicht Begleitung ist, sondern Ursprung. Sie formt die Themen, die Sequenzen, die Technik.

Mein Weg zum Tanzen

Ich tanze, seit ich sechs Jahre alt bin. Meine Grundausbildung ist klassisches Ballett — aber es war der Orientaltanz, der mein künstlerisches Zuhause wurde. Seit 2000 vertiefe ich diese Praxis: durch ethnografische Ausbildungen wie Journey Through Egypt (Sahra Kent), stilistische Formationen sowie Grundlagen der Reda-Technik bei Amir Thaleb (ADS) und Yousef Constantino, und durch die Zusammenarbeit mit Nesma Al-Andalus — wo ich den orientalisch-andalusischen Stil nicht nur gelernt habe, sondern als Interpretin verkörpere und zu einem eigenen Vokabular weiterentwickle.

Parallel dazu: zwei Abschlüsse an der Universität Bern — DAS Tanzkultur (2011) und CAS Tanz-/Performance Studies (2018). Nicht als Ergänzung zur künstlerischen Praxis, sondern als Teil derselben Frage: Was weiß der Körper? Wie wird er zur Quelle?

2014 wurde ich mit dem Halima Award ausgezeichnet — dem renommiertesten Preis für Orientaltanz im deutschsprachigen Raum. Es folgten Einladungen zum Assembly Festival in Moskau (2017, 2019) und zum Cairo Khan Festival in Kairo (2015 – 2017). Im März 2026 feierte ich 25 Jahre als professionelle Tänzerin mit Rihla — einem Konzertabend im BeJazz Club Bern. Rihla — arabisch für eine Reise mit Zweck — war Titel und Metapher zugleich: Lernende, Forscherin, Interpretin, Lehrerin, Suchende.

Tanz lehren

Ich unterrichte seit über 20 Jahren Ballett und Raqs Sharki— in Zürich, Bern und als Gastdozentin in Europa, Ägypten und Südamerika. Ich beobachte zuerst: Ich identifiziere das grösste Potenzial in jeder Person und arbeite von dort aus. Ich übertrage keinen Stil — ich begleite eine Stimme.

Ich beherrsche klassische, moderne und experimentelle Techniken des Orientaltanzes sowie PBT (Progressive Ballet Technique), für die ich zertifizierte Instruktorin bin. Das erlaubt mir, Tänzerinnen auf jedem Niveau gezielt herauszufordern — ob sie gerade beginnen, ihren eigenen Stil suchen oder bereits auf der Bühne stehen.

Über meine Coaching-Methoden